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Bürgerstiftung Köln
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Von Leseförderung bis Digitalisierung: Bürgerstiftung unterstützt vielfältige Projekte

Eines von vielen geförderten Projekten: Workshop der Weltretterbande zur Schaffung des "Polli-"-Bewusstseins

Mit gezielten Fördermitteln unterstützt die Bürgerstiftung Köln regelmäßig Initiativen, die das Zusammenleben in der Stadt stärken. Die Bandbreite der Projekte ist groß: Sie reicht von Bildungsangeboten für Familien über kreative Schulprojekte bis hin zur Stärkung des Ehrenamts. Mehrere aktuell geförderte Vorhaben zeigen beispielhaft, wie vielfältig bürgerschaftliches Engagement in Köln wirkt.

Bücher für Familien in Chorweiler

So widmete sich ein Projekt der Leseförderung im Stadtteil Chorweiler. Das Familienhaus Chorweiler Nord, getragen vom Sozialdienst katholischer Frauen Köln, hat mit Unterstützung der Bürgerstiftung eine kleine Bibliothek aufgebaut. Das Familienhaus ist ein niedrigschwelliges Angebot für Familien im Sozialraum. Eltern und Kinder finden hier Beratung, Gruppenangebote, Spielmöglichkeiten und Unterstützung bei Erziehungsfragen.

Kinder- und Jugend-Bibliothek im Familienhaus Chorweiler

Im Alltag der Einrichtung spielt das gemeinsame Lesen eine wichtige Rolle. Viele der Familien, die das Haus besuchen, sprechen zu Hause nicht Deutsch. Bücher können hier helfen, Sprache zu lernen und gleichzeitig Freude an Geschichten zu entdecken. Dank der Förderung konnten Kinder-, Jugend- und Familienbücher angeschafft werden.

Die Auswahl entstand gemeinsam mit Besucherinnen und Besuchern sowie den Mitarbeitenden des Familienhauses. Die Bücher decken verschiedene Altersgruppen und Themen ab – von Wimmelbüchern für die Kleinsten über Geschichten aus dem Familienalltag bis hin zu Büchern über Natur, Tiere oder das Leben in unterschiedlichen Familienkonstellationen. Besonders gefragt sind Titel, die beim Erlernen der deutschen Sprache unterstützen.

Die Bücher werden sowohl in offenen Angeboten des Familienhauses genutzt als auch an Familien ausgeliehen. Darüber hinaus können Fachkräfte der ambulanten Familienhilfe die Bücher in ihrer pädagogischen Arbeit einsetzen. So entstehen zusätzliche Möglichkeiten, Lesen und Sprache im Alltag von Familien zu fördern.

Starke Infrastruktur für das Ehrenamt

Auch Organisationen, die bürgerschaftliches Engagement koordinieren, profitieren von der Förderung. So unterstützte die Bürgerstiftung die technische Modernisierung bei der Kölner Freiwilligen Agentur. Dort stand eine größere IT-Umstellung an: Mit dem Ende der Sicherheitsupdates für Windows 10 mussten Arbeitsgeräte erneuert werden, um weiterhin sicher arbeiten zu können.

Angeschafft wurden moderne Laptops sowie zusätzliche Ausstattung für mobiles Arbeiten. Die neuen Geräte können nun flexibel im Büro und im Homeoffice eingesetzt werden. Ziel der Umstellung war es, die technische Infrastruktur zu vereinfachen und gleichzeitig die Sicherheit der Daten zu gewährleisten.

Die Freiwilligen Agentur vermittelt jedes Jahr zahlreiche Ehrenamtliche an soziale Einrichtungen, Initiativen und Projekte in der Stadt. Eine zuverlässige technische Ausstattung ist deshalb eine wichtige Grundlage für die tägliche Arbeit und die Unterstützung des freiwilligen Engagements.

Fußball verbindet: Die Kölner Inklusionsliga

Sport kann Brücken bauen – genau das zeigt das Carl-Sonnenschein-Haus e.V. mit der Kölner Inklusionsliga. Das Projekt bringt Menschen mit und ohne Behinderung regelmäßig auf dem Fußballplatz zusammen. Ziel ist es, gemeinsames Mannschaftsspiel zu ermöglichen und dabei Begegnung, Bewegung und Teilhabe zu fördern. Von der Bürgerstiftung gab es eine Förderung für den Ligabetrieb.

Teams der Kölner Inklusionsliga

Insgesamt beteiligen sich sieben Teams an der Liga: fünf Mannschaften mit Spielerinnen und Spielern mit Behinderung sowie zwei Teams ohne Behinderung. Gespielt wird in zwei Leistungsgruppen, sodass alle Beteiligten passende Spielbedingungen finden. Besonders bemerkenswert: In einer der Kategorien wird die Liga von einem zertifizierten Schiedsrichter geleitet, der selbst eine Behinderung hat.

Die Hallenspiele haben sich als großer Vorteil erwiesen. Durch die geschlossene Spielfläche bleibt der Ball ständig im Spiel, was den Spielfluss verbessert und die Bewegungsintensität erhöht. Für viele Teilnehmende bedeutet das mehr Aktivität, mehr Spielanteile und damit auch mehr Freude am Sport.

Vor allem aber zeigt die Liga, wie selbstverständlich inklusiver Mannschaftssport funktionieren kann. Menschen mit und ohne Behinderung spielen gemeinsam, ohne dass Unterschiede im Vordergrund stehen. Stattdessen prägen Teamgeist, gegenseitiger Respekt und gemeinsame Erfolgserlebnisse das Spiel.

Dass die Liga inzwischen seit mehr als sechs Monaten regelmäßig stattfindet und bei vielen Einrichtungen der Behindertenhilfe in Köln bekannt ist, unterstreicht den Erfolg des Projekts. Perspektivisch soll das Angebot weiter wachsen – etwa durch zusätzliche Aktivitäten im Freien oder durch neue Kooperationen mit Einrichtungen der Behindertenhilfe.

Kreatives Schulprojekt für den Karneval

Ein weiteres gefördertes Projekt richtete sich an Schülerinnen und Schüler der Klassen fünf bis zehn der Katholischen Hauptschule am Rhein. Der Förderverein der Schule organisiert eine Projektwoche, in der Jugendliche gemeinsam Kostüme und Beiträge für einen Karnevalszug entwickeln.

Obstkostüme nähen an der KHS Rhein

Unter dem Motto „Alaaf – mer dun et för Kölle“ gestalteten die Jugendlichen Obstkostüme, Banner, Handwagen und Wurfmaterial. Auch Musik, Schminke und kulinarische Beiträge wurden in verschiedenen Arbeitsgruppen vorbereitet. Ziel war es, möglichst viele Schülerinnen und Schüler aktiv an Planung und Umsetzung zu beteiligen.

Die Arbeit in klassen- und jahrgangsübergreifenden Gruppen stärkte Teamarbeit, Kreativität und Verantwortungsgefühl. Besonders wichtig war dabei die Einbindung von Jugendlichen aus Sprachförderklassen und von Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarf. Durch die gemeinsame Arbeit und die Teilnahme am Karnevalszug erlebten sie Gemeinschaft und konnten ihre Fähigkeiten einbringen.

Kultur für alle zugänglich machen

Auch die Arbeit der Kulturliste Köln e.V. wurde durch eine Förderung unterstützt. Der Verein setzt sich dafür ein, Menschen mit geringem Einkommen den Zugang zu kulturellen Veranstaltungen zu ermöglichen. Freie Plätze in Theatern, Konzerten oder anderen Kulturangeboten werden an registrierte Gäste vermittelt, die sich solche Veranstaltungen sonst oft nicht leisten könnten.

Kernstück der Arbeit ist eine Datenbank, über die verfügbare Karten organisiert und möglichst gerecht verteilt werden. Ehrenamtliche Mitarbeitende kontaktieren die Gäste überwiegend telefonisch oder informieren sie per E-Mail über passende Veranstaltungen. Auf diese Weise gelangen regelmäßig freie Kulturplätze zu Menschen, die sonst kaum Zugang zu solchen Angeboten hätten.

Um die Arbeit langfristig wirtschaftlich abzusichern, stellte der Verein seine technische Infrastruktur um und wechselte zu einer neuen Datenbanklösung. Ziel war es, die laufenden Supportkosten deutlich zu senken und die ehrenamtliche Arbeit auch in Zukunft effizient organisieren zu können. Damit wurde eine wichtige Grundlage geschaffen, damit die Kulturliste weiterhin möglichst vielen Menschen Zugang zu Kultur ermöglichen kann.

Schulungen für das Beratungsteam der Nightline

Die ehrenamtliche Arbeit der Nightline Köln e.V. wurde ebenfalls durch eine Förderung der Bürgerstiftung Köln gestärkt. Ziel des Projekts war die Ausbildung neuer sowie die Weiterbildung bestehender Mitglieder des studentischen Beratungstelefons.

Den Auftakt bildete ein Infotreffen, bei dem neue Ehrenamtliche die Arbeit des Vereins sowie Grundlagen der klientenzentrierten Gesprächsführung nach Carl Rogers kennenlernten. Kern des Projekts war ein mehrtägiges Schulungswochenende mit praktischen Übungen zur Gesprächsführung, Einheiten zum Umgang mit besonders belastenden Gesprächssituationen – etwa bei Suizidandrohungen – sowie gemeinschaftsfördernden Aktivitäten.

Ergänzend fand ein Auffrischungsworkshop für bestehende Mitglieder statt. Dort wurden Gesprächstechniken vertieft und Erfahrungen aus der Beratungspraxis gemeinsam reflektiert.

Die Schulungen stärkten sowohl die fachliche Qualifikation als auch den Zusammenhalt im Team. Neue Mitglieder konnten erfolgreich in die Vereinsarbeit integriert werden, während gleichzeitig die Qualität des Beratungsangebots langfristig gesichert wurde.

Gemeinsames Singen im Veedel

Vierteltöne: Mitsingen-auf-Kurdisch,-Türkisch-&-Armenisch

Mit dem Projekt „ViertelTöne“ schuf das Allerweltshaus Köln über mehrere Monate ein niedrigschwelliges Kulturangebot im öffentlichen Raum, gefördert von der Bürgerstiftung. Einmal im Monat fand auf dem Gerhard-Wilczek-Platz in Köln-Ehrenfeld ein offenes Mitsingkonzert statt. Musikerinnen und Musiker leiteten das gemeinsame Singen an – jeweils in unterschiedlichen Sprachen, darunter Spanisch, Englisch, Georgisch oder Italienisch.

Eingeladen waren alle Interessierten, auch ohne Sprachkenntnisse. Gedruckte Liedtexte, Wiederholungen und Übungen in Kleingruppen erleichterten die Teilnahme. Durch den offenen Veranstaltungsort konnten sich auch Passantinnen und Passanten spontan anschließen.

Vierteltöne: Mitsingen-auf-Susu

Die Konzerte schufen eine freundliche „Veedel-Atmosphäre“ und förderten Begegnungen zwischen Menschen, die sonst kaum miteinander ins Gespräch gekommen wären. Gleichzeitig zeigte sich, dass die offene Struktur zwar viele spontane Teilnehmende anzog, sich jedoch keine feste Gruppe bildete. Das Projekt wurde daher in dieser Form zunächst nicht fortgeführt. Die positiven Erfahrungen sollen jedoch in zukünftige Formate einfließen.

Umweltbildung für die „Weltretter von morgen“

Mit Unterstützung der Bürgerstiftung Köln und der Garcia Stiftung La Vida konnten 2025 mehrere Umweltbildungs-Workshops der Weltretterbande für Kinder in Kölner Kindertagesstätten durchgeführt werden. Ziel des Projekts war es, bereits im frühen Alter ein Bewusstsein für Natur, Nachhaltigkeit und den Schutz der Umwelt zu fördern.

Polli-Workshop

Im Mittelpunkt stand das so genannte „Polli-Bewusstsein“ – ein pädagogischer Ansatz, der Kinder spielerisch zu einem achtsamen und wertschätzenden Umgang mit der Natur anregen soll. In interdisziplinären Workshops setzten sich Kinder in verschiedenen Kitas mit Themen wie Plastikvermeidung, Landwirtschaft und Umweltzerstörung auseinander. Grundlage bildeten unter anderem die Projekte „Polli und das Plastik“ sowie „Polli und der Biohof“.

Die Workshops fanden unter anderem in Einrichtungen der KölnKitas gGmbH sowie in einer Kita der Diakonie Michaelshoven statt. Insgesamt konnten mehrere Einrichtungen im Kölner Stadtgebiet erreicht werden.

Die positiven Rückmeldungen aus den Einrichtungen bestätigten den pädagogischen Ansatz. Für die kommenden Jahre ist geplant, die Workshops an weiteren Kindergärten und Grundschulen im Kölner Raum anzubieten und das bestehende Netzwerk weiter auszubauen.

Engagement stärken – auf vielen Ebenen

Die Beispiele zeigen, wie unterschiedlich die geförderten Projekte sind: Mal steht die Förderung von Kindern und Familien im Mittelpunkt, mal die kreative Beteiligung junger Menschen oder die Infrastruktur für das Ehrenamt. Gemeinsam ist ihnen, dass sie konkrete Verbesserungen im Alltag vieler Menschen bewirken.

Mit ihrer Förderung unterstützt die Bürgerstiftung Köln genau solche Initiativen: Projekte, die Menschen zusammenbringen, Teilhabe ermöglichen und das Engagement in der Stadt stärken. Oft sind es vergleichsweise kleine Beträge, die große Wirkung entfalten – weil sie dort ansetzen, wo Ideen und Einsatz bereits vorhanden sind.

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